Sonntag, September 15, 2019

Die wahre Energiebilanz des Elektroautos

Es gibt viele Studien, die die Energiebilanz des Elektroautos mit der Energiebilanz des Verbrenners vergleichen. Viele dieser Studien sind leider schon im Ansatz falsch! In den meisten Studien wird beim Vergleich zwischen dem Elektroauto und dem Verbrenner beim Elektroauto eine Well2Wheel Betrachtung durchgeführt (also die Betrachtung der gesamten Kette inklusive Stromherstellung). Beim Verbrenner wird oftmals erst ab der Zapfsäule angefangen zu rechnen oder es wird ein viel zu geringer Wert für die Vor-Kette der Spriterzeugung angesetzt (siehe dazu z.B. die Studie meines akademischen Kollegen Prof. Hans-Werner Sinn „Ein Diesel ist sauberer als ein Elektroauto“). Neben vielen anderen Fehlern in der genannten Studie, setzt Prof. Sinn 20% Energie für die Spriterzeugung an. Real sind es aber rund 80,7%. Hier kann man ihm aber keinen Vorwurf machen, bisher wurden in allen Studien 20-30% als Schätzung benutzt da die Ölkonzerne sich nur ungern in die Karten schauen lassen. Nun gibt es aber reale Zahlen von EXXON-MOBIL (LINK)

Für die Herstellung von 6 Litern Treibstoff (mit einem Energiegehalt von rund 52,2 kWh) werden rund 42 kWh Energie für die Herstellung benötigt. Hier wurden erstmals alle Bereiche der Spritherstellung mit eingerechnet (Bohrung, Transport des Öls, Herstellungsprozess des Treibstoffs, Transport des Treibstoffs usw.). D.h. ein sparsamer Verbrenner mit einem Verbrauch von 6 Litern auf 100 Km stößt 44,6 kg CO2 aus. Ein TESLA Model S (20 kWh/100 Km) stößt 9,5 kg auf 100 Km aus! Das Elektroauto benötigt also nur 20% der Energie die ein Verbrenner benötigt. Und bei dieser Berechnung wurde ein sparsames 6-Liter-Auto mit einem TESLA verglichen!

Die meisten Autoren von Studien die das Ziel haben den Verbrenner „schön zu rechnen“ haben ansatzweise erkannt, dass – selbst mit viel Trickserei in den Berechnungen und einem möglichst seriösen wissenschaftlichen Anstrich – der Verbrenner trotzdem deutlich schlechter abschneidet als das Elektroauto. Daher haben sie den sogenannten CO2-Rucksack des Elektroautos einbezogen. Dass dieser Rucksack schon nach 6-12 Monaten oder 6.000 – 12.000 Km abgebaut ist habe ich bereits hier (LINK) erläutert.

Um einen Vergleich auf Augenhöhe herzustellen, vergleichen wir im Folgenden den BMW X5 (Diesel  Ø 9,9 Liter/100 Km) mit dem TESLA Model X(Ø 22,7 kWh/100 Km).

Beim TESLA schlagen wir sehr großzügig 30% für die Verluste beim Stromtransport und den Ladevorgang drauf -> 29,51 kWh/100 Km.

Beim BMW können wir aus den Daten von EXXON Mobil per Dreisatz den Energieverbrauch für die Herstellung des Treibstoffs berechnen -> 69,3 kWh. Hierzu müssen wird den Energiegehalt der 9,9 Liter Diesel addieren (rund 9,8 kWh pro Liter) -> 97,02 kWh. Dies macht in Summe 166,32 kWh/100 Km.

 

Ein TESLA Model X ist benötigt also nur 18% der Energie die ein BMW X5 benötigt (den „Rucksack des Akkus“ nicht eingerechnet*). Hier wird nun ersichtlich, warum die Erdölindustrie etliche Millionen in Desinformationskampagnen investiert.

*Wenn wir für den CO2-Rucksack des Akkus einen 100 kWh Akku mit einem Rucksack von 14 Tonnen zugrunde legen, so wäre dieser Rucksack nach 21.591 km abgebaut (gerechnet mit dem Strommix von 2018). Rechnet man die Bauteile des Verbrenners mit ein, die ein Elektroauto nicht hat (Auspuffanlage, Lichtmaschine, Katalysator usw.) ist der Rucksack bei einem 100 kWh-Akku nach rund 12.000 Km abgebaut! (LINK).

Beim Umstieg auf Elektroautos werden wir also über 80% der Energie einsparen können!

Der Unterschied zwischen Verbrenner und Elektroauto wird mit jedem Jahr markanter. Im Strombereich haben wir im Jahr 2019 bereits einen Anteil von rund 40 % regenerativen Energien (Wasser, Wind, Solar), Tendenz steigend.  

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