Donnerstag, August 16, 2018

Rückblick und Ausblick 2018

Nachdem die Einführung der Umweltprämie für Elektroautos/Hybride (2.000 Euro vom Staat, 2.000 Euro vom Hersteller) anfangs eher schleppend verlief, haben sich die Zulassungszahlen im  Jahr 2017 in etwa verdoppelt.  Rund 100 Prozent Zuwachs – davon können viele andere Bereiche nur träumen. Durch die immer höheren Reichweiten der Fahrzeuge und die gleichzeitig sinkenden Preise der Akkus, ist von einem exponentiellen Wachstum in der Zukunft auszugehen.  Schon jetzt sind Elektroautos in der Vollkostenrechnung (also unter Einbeziehung der laufenden Kosten) günstiger als sparsame Diesel. 

 

Auch im Jahr 2017 gab es einige sehr ärgerliche negative Berichterstattungen, die mit falschen Annahmen das Elektroauto schlecht rechneten. Besonders hervorgestochen hat hier der Bericht der Schwedischen Energieagentur. Hier wurde die Energie betrachtet, welche für die Herstellung des Akkus eines Elektroautos benötigt wird und diese Energie in Relation mit der erzeugten Menge Co2 gesetzt, welche beim Betrieb eines sparsamen Diesels erzeugt wird. Das Fazit der Agentur war, dass man mehrere Jahre mit dem Diesel fahren muss, bis man die gleiche Menge an Co2 erzeugt hätte, die bei der Herstellung des Akkus emittiert wurde.  Hierbei wurde allerdings zum einen für die Herstellung des Akkus der größtmöglich schmutzigste Kohlestrom eingerechnet, weiterhin wurde der sehr große Akku eines TESLA als Referenz benutzt. Zusätzlich wurde die Jahreslaufleistung des Dieselfahrzeugs mit 2.000 Kilometern angesetzt.  Auch wurden bei der Berechnung die Teile des Verbrenners die ein Elektroauto nicht besitzt vollkommen  unter den Tisch fallen gelassen. 

Die Schwedische Energieagentur zog diesen falschen Bericht sehr schnell wieder zurück und ersetzte ihn mit einem neuen, der die falschen Behauptungen nicht mehr enthielt. Der Schaden war aber bereits angerichtet, da die internationale Presse bereits  die falschen Zahlen massenhaft veröffentlicht hatte. Erst Ende des Jahres wurden seriöse Berechnungen  veröffentlicht, die zeigten, dass das Elektroauto sauberer ist als ein sparsamer Diesel  – selbst wenn der Herstellungsprozess einbezogen wird und selbst wenn das Auto rein mit Kohlestrom geladen wird - was nicht das Ziel sein kann. Das Ziel ist der möglichst intensive Einsatz regenerativer Energien! Auch Elon Musk äußerte sich zu den falschen Behauptungen der Schweden. Das Dach seiner Batteriefabrik ist mit tausenden von Solarmodulen  bestückt – die meiste Energie für die Herstellung seiner Akkus wird mit Solarstrom gedeckt.

Ein sehr umfangreicher und sehr gut recherchierter Artikel zum Thema ("Mythbuster Elektromobilität") ist hier zu finden: Link

Was wird uns das „neue“ Jahr 2018 bringen?

Wir werden einen deutlichen Sprung der Zulassungszahlen von Elektroautos sehen. Der Nissan Leaf 2 wird sich in der Rangliste deutlich nach vorne schieben: Es gibt in Europa bereits mehr als 10.000 Vorbestellungen. Die Dichte der Schnellladesäulen wird weiter zunehmen.  Das Model 3 wird auf den deutschen Markt kommen. Alle Spötter, welche  TESLA bereits für tot erklären weil „nur Geld verbrannt wird“,  werden die Lächerlichkeit Ihrer Behauptungen erkennen.  Von einigen Akteuren werden weiterhin „Äpfel mit Birnen“ verglichen werden um das Elektroauto irgendwie schlecht zu reden und einige deutsche Medienportale werden sehr ausführlich darüber berichten – natürlich ohne die Behauptungen zu überprüfen. Weiterhin werden diese Portale wieder einmal „Experten“ eine große Plattform bieten um uns zu erklären, warum das Elektroauto „echt ganz böse ist und zwar viel böser als Darth Vader  und der Imperator zusammen“.

Mit dieser ironischen Abschlussbemerkung wünsche ich allen  Elektroautofahrern und denen die sich uns in Zukunft noch anschließen: „Möge der Saft mit Euch sein“. Auf eine schönes und spannendes Jahr 2018!